Projekte, die UNSERE Hilfe benötigen - PLAN MACHT MÄDCHEN STARK
Fußball macht Mädchen stark
Laufen, kicken, Tore schießen – Fußball zu spielen ist für immer mehr Mädchen eine große Leidenschaft, auch in den Plan-Programmländern. Der Einsatz im Team stärkt die Sportlerinnen in vielfacher Weise. Davon ist auch Sonja Fuss, Spielerin der deutschen Nationalmannschaft, überzeugt. Sonja Fuss übernahm die Schirmherrschaft für Mädchen-Fußballprojekte von Plan in Ghana, Brasilien und Togo.
In vielen Plan-Programmländern kicken Mädchen – wie Jungen – begeistert in den Straßen, auf Bolzplätzen, in der Schule. Freilich längst nicht so gut ausgestattet wie hierzulande. In Ghana,
Brasilien und Togo gibt es jetzt drei Mädchen-Fußballprojekt von Plan, die das ändern sollen.
Teamfähigkeit und Selbstbewusstsein
Sonja Fuss, mit der Nationalmannschaft in China zum zweiten Mal Weltmeisterin geworden und Abwehrspielerin des 1FC Köln, engagiert sich als Schirmfrau für die jungen Kickerinnen in den
Plan-Programmländern: "Ich unterstütze die Mädchen-Fußballprojekte von Plan, weil dieser Mannschaftssport Werte wie Respekt, Teamfähigkeit, Selbstbewusstsein vermittelt, die dazu beitragen, dass sich
die jungen Spielerinnen in ihrer Gesellschaft besser positionieren können."
Mannschaftssportarten wie Fußball haben auch für die soziale Entwicklung von Kindern eine große Bedeutung. Erfolge stärken das Selbstbewusstsein und fördern das Miteinander. Das ist gerade für
Mädchen, die in Entwicklungsländern vielfach benachteiligt werden, von hohem Wert.
Trikots und Trainer
Das Projekt in Ghana initiierte ein Mädchen. Inzwischen spielen mehr als 20 Nachwuchs-Kickerinnen in einem Team. Eine von ihnen erzählt: "Wir wissen zwar noch nicht so richtig, wie das Spiel geht,
aber es macht uns glücklich, zusammen aktiv zu sein, zu laufen, unseren Körper zu spüren." Die junge Mannschaft wird nun mit Trikots, Schuhen, Bällen sowie Tor-Netzen ausgestattet und sie bekommt
einen Trainer.
Die Mädchen werden zudem über wichtige Fragen der Gesundheitsvorsorge oder auch über die Bedeutung von Bildung informiert. "Ich würde später so gerne in der Nationalmannschaft spielen", beschreibt
ein Mädchen seine Träume. Eine Plan-Mitarbeiterin aus Ghana erklärt, um das zu erreichen, müsse sie regelmäßig zur Schule gehen, an sich glauben und dürfe vor allem nicht früh schwanger werden. Die
Mädchen lernen ihre Rechte kennen und wie sie diese durchsetzen. Außerdem lernen sie, sich vor Missbrauch zu schützen.
Ein Spiel der Mädchen-Mannschaften ist inzwischen eine Attraktion im Dorf und in der Region, auch Jungen und Männer honorieren den Einsatz der jungen Kickerinnen. "Ich bin sehr stolz, wenn sie mich
Fußballerin rufen", sagt ein 15-jähriges Mädchen.
Gemeinsam Lösungen für Probleme suchen
Auch in Codó im Nordosten Brasiliens unterstützt Plan Mädchen dabei, eine Mannschaft zu gründen. Auch hier sprechen die Mädchen nicht nur über Abseits und Freistoß, sondern über Themen, mit denen
viele früh konfrontiert sind, wie Kinderarbeit, Prostitution, sexueller Missbrauch, frühe Schwangerschaft und Gewalt. Sie suchen gemeinsam Lösungen für ihre Probleme.
Seit einigen Monaten gibt es auch im westafrikanischen Togo ein solches Mädchen-Fußballprojekt. In fünf Projektgebieten entstehen zehn Mädchen-Schulmannschaften. Ihr Ziel: Sie wollen eines Tages zum
Team der besten Nachwuchsspielerinnen Togos gehören. In der Zentral-Provinz sind Kinderhandel, Ausbeutung und Misshandlung weit verbreitet. Auch hier erfahren die Fußballteams deshalb nicht nur das
Wichtigste über ihren Sport, sondern auch über ihre Rechte.
Interview mit Sonja Fuss - Schirmherrin für Mädchen-Fußballprojekte von Plan in Ghana, Brasilien und Togo
"Feuer und Flamme für das Projekt"
Begeistert übernahm Sonja Fuss die Schirmherrschaft für das Mädchen-Fußballprojekt von Plan. Die Fußballnationalspielerin reiste nach Ghana, um sich Projekte vor Ort anzuschauen und mit jungen Spielerinnen zu sprechen. Ihre Eindrücke schildert sie im Interview mit Nathalie Klüver.
Wie kam es, dass Sie die Schirmherrschaft für die Mädchen-Fußball-Projekte übernahmen?
Sonja Fuss: Nach unserem WM-Sieg in China trat Plan Deutschland an mich heran, ob das Mädchen-Fußballprojekt nicht eine interessante Sache wäre. Ich war von Anfang an Feuer und
Flamme für das Projekt.
Was hat Sie besonders begeistert?
Sonja Fuss: Ich bin überzeugt, dass die Mädchen durch das Projekt nur gewinnen können. Sie erarbeiten sich Anerkennung in ihrem Umfeld, stärken ihr Selbstbewusstsein, lernen
Teamgeist und entwickeln neue Ziele. Und Träume, für die es sich zu kämpfen lohnt.
Sie sind nach Ghana gereist, um sich dort selbst von dem Projekt zu überzeugen und mit den jungen Fußballerinnen zu sprechen. Wie war das für Sie?
Sonja Fuss: Am Anfang kam es mir alles vor wie ein Dokumentationsfilm, bei dem ich nur Zuschauer bin. Ich war überladen von den fantastischen und beeindruckenden Bildern. Und von
dem, was in Ghana passiert, was das Fußballprojekt bewirkt, was sich dort mit Hilfe von Plan entwickelt hat, bin ich tief bewegt.
Wie war es für Sie, die Mädchen Fußballspielen zu sehen. zu sehen, wie Sie für ihren Traum kämpfen?
Sonja Fuss: Es war ein umwerfendes Erlebnis. Umwerfend, weil so viel mehr dahinter steckt. Es ist nicht nur ein Fußballspiel, sondern es sind Schicksale, Menschen und Einstellungen,
die sich durch das Projekt verändern. Es berührt mich, dass so hautnah mitzuerleben.
Zwischen Frauenfußball in Deutschland und Ghana besteht sicher ein großer Unterschied?
Sonja Fuss: Ja, klar. In Deutschland steht mit dem DFB einer der reichsten Verbände der Welt hinter der Entwicklung - und in Ghana steckt alles noch in den Kinderschuhen.
Und hat Sie dennoch sichtlich begeistert...
Sonja Fuss: Ja! Ich bin fasziniert davon, wie sehr mich die Menschen mit ihrer stolzen, freudigen und dankbaren Art so schnell in ihren Bann gezogen haben.
